Die Pflege der Inndämme fördert blütenreiche Wiesen

Zu den Maßnahmen des EU geförderten LIFE-Projekts Riverscape Lower Inn zählen die Förderung und die Entwicklung von hochwertigen Wiesenflächen auf den Dämmen.

Die Inn-Dämme und -Deiche sind nicht nur technische Anlagen zur Stauhaltung und unabkömmlich für den Hochwasserschutz, sie beherbergen auch blütenreiche Wiesen. Diese bilden ein blühendes Band entlang des Inn und sind Lebensraum für viele seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten.

Das LIFE Projekt Riverscape Lower Inn lässt artenreiche Wiesen und Trockenrasenflächen von europäischer Bedeutung entlang der deutsch-österreichischen Grenze entstehen.

Auf den Dämmen der Kraftwerke Braunau-Simbach, Ering-Frauenstein, Egglfing-Obernberg und Schärding-Neuhaus werden artenreiche Wiesen und Trockenrasenflächen gefördert und nach ökologischen Kriterien gepflegt.

Lebensräume und Arten, die einst typisch für (trockene) karge Sand- und Kieslebensräume waren, sind heute auf sekundäre Lebensraumstandorte wie die Hochwasserschutzdämme beschränkt. Abseits der Dämme wurden diese anspruchsvollen Arten durch intensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung oder Verbrachung stark zurückgedrängt und kommen dort kaum mehr vor.

Aufwendige Pflege ermöglicht Artenvielfalt

Durch Reduzierung oder Entfernung von Bäumen und Sträuchern wurde die vorhandene Vegetation in Grünlandhabitate umgewandelt. In Übereinstimmung mit den Managementplänen wurde ein Mosaik von Maßnahmen durchgeführt. Nicht alle Bäume oder Sträucher wurden entfernt. Kleine Gruppen von Bäumen/Sträuchern wurden auf der Wiese belassen oder neu gepflanzt, um als Rückzugsmöglichkeiten für Insekten und Reptilien oder für Vögel als Nist- und Jagdstrukturen zu dienen.

Erstes Mähen von bestehendem Grünland entfernt gebietsfremde Arten oder andere dominierende aber ungünstige Pflanzenarten und Nährstoffen im Boden. Gemäß den Managementplänen wurde dies in einem Mosaik von Landparzellen je nach Situation und Erhaltungszustand des Lebensraums durchgeführt.

Artenreiche, nährstoffarme und trockene Magerrasen und Glatthaferwiesen sind auf den Inn-Dämmen und -Deichen großflächig vorhanden. Eine wichtige Aufgabe des LIFE-Projekts ist die fachgerechte Pflege der Wiesenflächen, um die Biodiversität entlang des Inns langfristig zu erhalten.

Zur Förderung der artenreichen Blühwiesen ist eine extensive und regelmäßige Pflege notwendig. Zweimal im Jahr werden mehr als 100 Hektar Wiesenlandschaften auf einer Länge von rund 40 Kilometern Länge gemäht. Das entspricht der Fläche von mehr als 140 Fußballfeldern.

Mit der Mahd auf den steilen Dämmen wird der Verbuschung mit Gehölzen vorgebeugt. Der aufwendige Abtransport des Mähguts sorgt für den notwendigen Nährstoffentzug. Das Stehenlassen von nicht gemähten Wiesenstreifen dient Insekten und anderen Tieren als Rückzugsort. Von den Pflegemaßnahmen profitieren wärmeliebende Insektenarten, insbesondere Tagfalter, Heuschrecken und Wildbienen. So wurden am Simbacher Damm 57 Wildbienenarten gezählt. Die regelmäßige Pflege von Dämmen und Deichen ist eine Win-win Situation. Sie dient der Standsicherheit und zugleich der Erhaltung und Förderung der Biodiversität.

Kraftwerke

Auf den Dämmen der Kraftwerke Braunau-Simbach, Ering-Frauenstein, Egglfing-Obernberg und Schärding-Neuhaus werden artenreiche Wiesen und Trockenrasenflächen gefördert und nach ökologischen Kriterien gepflegt.

Luftaufnahme eines Laufkraftwerks an einem breiten Fluss, umgeben von landwirtschaftliche Feldern an einem sonnigen Tag.

Das Kraftwerk Braunau-Simbach ist ein Laufkraftwerk am Inn und in den Gemeinden Ranshofen (Oberösterreich) und Kirchdorf am Inn (Bayern) gelegen. Das Kraftwerk wurde zwischen 1951 und 1954 gebaut.

Der Damm Kirchdorf befindet sich südöstlich der Ortschaft Kirchdorf am Inn und erstreckt sich mit einer Dammlänge von 4,7 Kilometern flussaufwärts vom Kieslager Gstetten bis zum Inn-Kraftwerk Braunau-Simbach.

Der Damm entlang der Stauanlage des Kraftwerks Braunau-Simbach ist 26 Kilometer lang.

Luftaufnahme eines Laufkraftwerks in ländlicher Umgebung.

Das Kraftwerk Ering-Frauenstein ist ein Laufkraftwerk am Inn und liegt an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Eine Fußgängerbrücke verbindet die beiden Länder. Das Kraftwerk wurde im Jahr 1943 in Betrieb genommen, der Damm entlang der Stauanlage ist 18 Kilometer lang.

Luftaufnahme eines Laufkraftwerks, umgeben von grüner Vegetation und einer kleinen Ortschaft im Hintergrund.

Das Wasserkraftwerk Egglfing-Obernberg ist ein Laufkraftwerk am Inn in den Gemeindegebieten Bad Füssing (Bayern) und Obernberg (Oberösterreich). Es wurde 1944 in Betrieb genommen.

Der Damm entlang der Stauanlage vom Kraftwerk Egglfing-Obernberg ist 18 Kilometer lang und hat das Potenzial für die Entwicklung von hochwertigen, artenreichen Wiesen für die xerophile Vegetation und Fauna.

Luftaufnahme eines Kraftwerks am Fluss, mit grünem Wasser, umgeben von einer Landschaft mit Bebauung im Hintergrund.

Das Kraftwerk Schärding-Neuhaus ist ein Laufkraftwerk am Inn und in den Gemeinden Schärding in Oberösterreich sowie in Neuhaus in Bayern gelegen, der Damm entlang der Stauanlage ist 26 Kilometer lang.